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Hardware8. September 202611 Minuten

KI-Hardware: vom Anwendungsfall zur passenden Karte

Die Frage lautet nicht, welche Karte die beste ist, sondern was bei Ihnen damit gearbeitet wird. Zwei Leute, die den ganzen Tag Code prüfen lassen, brauchen mehr als fünfzig, die gelegentlich eine Mail formulieren. Dieser Text zeigt den Weg vom Anwendungsfall zur Karte, nennt Größenordnungen statt Angebote und sagt, wo die Grenze eines Rechners unter dem Schreibtisch liegt.

Eckdaten
Die Reihenfolge
Erst der Anwendungsfall, dann die Last je Nutzer, dann die Modellgröße, dann die Karte
Was die Last treibt
Nicht die Kopfzahl, sondern Länge und Häufigkeit der Anfragen. Agenten schicken laut NVIDIA über 128.000 Token je Anfrage
Tempo
Zum Mitlesen reichen 8 bis 9 Token je Sekunde auf Deutsch, ab 15 bis 20 wirkt es flüssig
Größenordnung
Eine Karte mit 48 GB rund 8.900 €, mit 96 GB rund 13.700 €. Ein Server mit acht Karten ab rund 340.000 €
Belegter Fall
Armaturenhersteller, Plattform im eigenen Netz, in Betrieb seit Dezember 2025
Stand
September 2026. Wir bauen und betreiben, verkaufen aber keine Hardware

Fangen Sie beim Anwendungsfall an, nicht bei der Karte

Wer zuerst fragt, welche Grafikkarte er kaufen soll, hat die Reihenfolge umgedreht. Am Anfang steht, was die KI im Betrieb leisten soll. Daraus folgt, welche Modelle dafür nötig sind, und erst daraus folgt die Hardware.

Vier Angaben reichen für eine erste Einschätzung. Sie stehen unten in der Liste, und keine davon ist technisch. Wer sie beantworten kann, bekommt eine Größenordnung. Wer sie nicht beantworten kann, kauft nach Datenblatt.

Vier Angaben, aus denen die Hardware folgt

  • Was die KI tun soll. Auskunft aus eigenen Unterlagen, Texte formulieren, Dokumente prüfen, Code schreiben. Jede Aufgabe verlangt ein anderes Niveau.
  • Wie viele Modellarten Sie brauchen. Ein Sprachmodell allein ist selten genug. Kommt eine Suche in eigenen Unterlagen dazu, laufen zwei oder drei Modelle gleichzeitig. Welche das sind, steht in welche lokalen KI-Modelle für Unternehmen relevant sind.
  • Wie viele Menschen gleichzeitig arbeiten. Nicht die Kopfzahl im Unternehmen, sondern die, die in derselben Minute etwas fragen.
  • Wie sie arbeiten. Das ist der Punkt, den fast jede Übersicht auslässt, und der größte Hebel von allen.

Zwei Entwickler können eine Karte stärker auslasten als fünfzig Sachbearbeiter

Die Karte rechnet nicht in Menschen, sondern in Text. Und die Textmenge je Anfrage geht zwischen den Arbeitsweisen weit auseinander.

Eine Frage an ein Chatfenster umfasst ein paar tausend Token, also einige Seiten. Ein Agent, der Code prüft, trägt bei jedem Schritt den gesamten bisherigen Stand mit sich: Quelltext, Verlauf, Ergebnisse seiner Werkzeuge. NVIDIA rechnet für solche Aufgaben mit über 128.000 Token je Anfrage, und das bei jedem Schritt erneut.

Deshalb planen die Sizing-Leitfäden der Hersteller für Agenten mit zehn bis fünfzig gleichzeitigen Nutzern je System, für leichtere Anwendungen mit deutlich mehr. Eine Zahl wie „hundert Mitarbeiter je Karte“ ist ohne die Frage, was diese hundert tun, wertlos.

Die Angabe zu Agenten stammt aus NVIDIAs Sizing-Leitfaden. Die übrigen Zeilen sind Erfahrungswerte aus unseren Projekten
Was jemand tutWie lang die Anfrage istWie oftWas das für die Karte heißt
Eine Mail formulieren lassenwenige tausend Tokenein paarmal am Tagfällt kaum ins Gewicht
Eine Frage an die eigenen Unterlagenmehrere tausend Token, je nach Zahl der Fundstellenmehrmals je Stundeplanbar, der Regelfall im Innendienst
Ein langes Dokument prüfen lassenzehntausende Tokeneinige Male am Tagspürbar, aber begrenzt
Ein Agent, der Code oder Anforderungen bearbeitetüber 128.000 Token, bei jedem Schritt erneutdauerhaft, solange er läuftbindet die Karte fast allein
2 VOLL 50 EIN DRITTEL
Zwei Menschen, die ständig lange Texte durchschicken, lasten eine Karte stärker aus als fünfzig mit kurzen Fragen.

Ein Beispiel durchgerechnet

Nehmen wir einen Fall, der bei uns oft vorkommt: Acht Leute im Innendienst sollen Preise und technische Angaben aus den eigenen Unterlagen abfragen können, statt in Ordnern zu blättern. Mehrmals je Stunde, Antwort in wenigen Sekunden.

Dafür laufen zwei Modelle. Ein Sprachmodell formuliert die Antwort, hier Qwen3.8-27B mit 27 Milliarden Parametern. Ein Embedding-Modell macht die Unterlagen durchsuchbar, hier ein Modell mit gut einer Milliarde Parametern. Beide liegen gleichzeitig im Speicher der Karte.

Und wenn man gar nicht quantisiert? Dann belegt dasselbe Sprachmodell 56 statt 31 Gigabyte. Mit dem Zwischenspeicher für den Kontext passt es nicht mehr auf die 48er-Karte, sondern verlangt 96 Gigabyte oder zwei Karten. Für Auskunft aus eigenen Unterlagen lohnt dieser Sprung nicht: Er kostet eine ganze Preisklasse und bringt an dieser Aufgabe nichts, was sich messen ließe. Anders sieht es aus, wenn das Modell prüfen, rechnen oder Schlüsse ziehen soll.

Die beiden Modellgrößen stehen so in den Modellkarten, abgerufen im September 2026. Zwischenspeicher und Reserve sind gerechnet, kein Angebot
SchrittIm BeispielSpeicher
SprachmodellQwen3.8-27B, auf 8 Bit quantisiert31 GB
Embedding-Modellgut eine Milliarde Parameter2 GB
Zwischenspeicher für acht gleichzeitige Gesprächeje Gespräch wenige hundert Megabyterund 4 GB
Programm und ReserveInferenzserver, Betriebssystem, Luft nach obenrund 5 GB
Summeaufgerundet auf die nächste Kartengrößerund 42 GB, also eine Karte mit 48 GB

Quantisieren heißt, die Zahlen im Modell gröber zu speichern: statt 16 Bit je Wert nur 8 oder 4. Das Modell schrumpft entsprechend und passt auf eine kleinere Karte. Bezahlt wird mit Genauigkeit. Bei 8 Bit ist davon in praktisch allen Messungen nichts zu merken, deshalb steht diese Stufe oben in der Rechnung. Bei 4 Bit halbiert sich der Bedarf noch einmal, aber dann leidet genau das, was komplexe Aufgaben verlangen: In einer Untersuchung verloren schwere Aufgaben viermal so viel wie leichte. Für Auskunft und Zusammenfassung ist das verkraftbar, für Prüfung und Auswertung nicht.

FP16 4 BIT
Verkleinert braucht dasselbe Modell ein Viertel des Platzes und passt auf die Karte, in voller Größe nicht.

Wie schnell es sein muss, damit die Arbeit flüssig läuft

Tempo wird in Token je Sekunde gemessen. Ein Token ist ein Wortteil, und Deutsch braucht davon rund 58 Prozent mehr als Englisch für denselben Satz. Das ist der Grund, warum englische Messwerte für einen deutschen Betrieb zu günstig aussehen.

Ein Mensch liest still 240 bis 260 Wörter je Minute. Damit die Antwort mit dem Lesen mithält, reichen auf Deutsch 8 bis 9 Token je Sekunde. Ab 15 bis 20 wirkt es flüssig, ab 30 bis 40 wie sofort da. Mehr merkt niemand mehr, solange ein Mensch mitliest.

Genauso wichtig ist die Wartezeit bis zum ersten Wort. Über einer Sekunde wird sie bewusst wahrgenommen, ab zehn Sekunden wendet sich die Aufmerksamkeit ab. Und wenn kein Mensch mitliest, weil ein Agent eine lange Kette abarbeitet, zählt keine dieser Zahlen mehr. Dann geht es nur noch um Durchsatz.

Wenn Ihnen jemand Tempo verspricht, fragen Sie nach fünf Angaben: welches Gerät, welches Modell, wie stark quantisiert, wie lang der Kontext und wie viele Anfragen gleichzeitig. Ohne diese fünf ist eine Zahl in Token je Sekunde nicht vergleichbar.

Reicht ein starker Standrechner oder ein Laptop?

Das hängt daran, was Sie damit vorhaben. Zum Kennenlernen, für einen ersten Versuch, für den einen Mitarbeiter, der etwas ausprobiert: ja, und das ist der beste Weg anzufangen. Für Arbeit, auf die sich jemand verlässt: nein. Drei Gründe, und keiner davon ist der Speicher.

Woran es scheitert

  • Das Tempo. Ohne Karte antwortet ein großes Modell zwar, aber im Bereich von Minuten statt Sekunden. Wenn Ihnen egal ist, wie lange eine Antwort braucht, können Sie damit arbeiten. Wer im Takt seiner Arbeit Antworten erwartet, merkt es bei jeder Frage.
  • Die Quantisierung. Damit ein großes Modell überhaupt auf ein solches Gerät passt, muss es stark verkleinert werden. Damit sinkt genau das, was anspruchsvolle Aufgaben verlangen: Das Modell denkt kürzer, die Angaben werden ungenauer, und Fehler fallen ihm seltener selbst auf. Komplexe Aufträge scheitern dann nicht laut, sondern still.
  • Der Abstand nach oben. Die offenen Modelle, die in unabhängigen Tests am nächsten an die führenden zugekauften herankommen, sind 750 Gigabyte bis über ein Terabyte groß. Die passen auf kein einzelnes Gerät, auch nicht auf einen Mac Studio mit 512 Gigabyte. Was bequem auf 128 Gigabyte passt, liegt in denselben Tests deutlich zurück.

Für komplexe Arbeit braucht es ein Mindestniveau an Modellqualität. Darüber hinaus ist schön, aber nicht nötig: Wer den Kontext sauber aufbereitet und die richtigen Werkzeuge danebenstellt, holt aus einem Modell dieser Klasse Ergebnisse heraus, für die andere das Teuerste einkaufen. Dieses Mindestniveau bekommen Sie lokal, aber nicht unter dem Schreibtisch.

Welche Karte zu welchem Vorhaben passt

Wir planen, bauen und betreiben lokale KI-Systeme. Die Hardware selbst verkaufen wir nicht. Wir suchen mit Ihnen den Händler aus und sagen, was hineingehört. Weil wir daran nichts verdienen, können wir Ihnen auch sagen, wenn eine Nummer kleiner reicht.

Die folgenden Preise stammen von deutschen Händlern und sind am 15. September 2026 abgerufen. Sie sind ein Rahmen, kein Angebot, und sie veralten schnell.

Listenpreise deutscher Händler, abgerufen am 15. September 2026. Der Rechner um die Karte herum kommt dazu; eine fertige Arbeitsstation mit der 96-GB-Karte liegt bei rund 24.000 €
Was Sie vorhabenWomit das läuftKarte allein
Ausprobieren, kein Arbeitsbetriebeine Karte mit 24 GBrund 2.700 €
Auskunft aus eigenen Unterlagen, Innendiensteine Karte mit 48 GBrund 8.900 €
Größere Modelle oder mehr gleichzeitige Nutzereine Karte mit 96 GBrund 13.700 €
Lange Dokumente, anspruchsvolle Prüfungeneine Karte mit 141 GBrund 26.800 €
Agenten, Code, viele gleichzeitig auf hohem Niveauein Server mit acht Kartenab rund 340.000 €

Die erste Zeile ist eine Spielwiese, und das soll sie auch sein. Auf 24 Gigabyte passt ein kleines Modell, und es antwortet so langsam, dass niemand freiwillig damit arbeitet. Zum Kennenlernen reicht das, für einen Arbeitsablauf im Betrieb nicht. Wer wirklich anfangen will, fängt in der zweiten Zeile an.

Der Sprung von der letzten zur vorletzten Zeile ist der wichtigste in dieser Tabelle. Zwischen einer Karte und einem Server mit acht Karten liegt der Faktor zwanzig. Wer diese Summe nicht einplanen kann, plant besser mit einem kleineren Modell und einer klar begrenzten Nutzerzahl. Das ist kein Rückschritt: Für Auskunft aus eigenen Unterlagen reicht die zweite Zeile in den allermeisten Betrieben.

Gebraucht kaufen senkt den Einstieg. Ein deutscher Händler verkauft eine generalüberholte Karte der vorigen Generation mit 80 GB für rund 28.000 Euro brutto, dieselbe Karte neu für rund 37.000, und gibt auf beide drei Jahre Garantie. Bei ganzen Servern liegt der Abschlag ähnlich: Ein Marktindex vom August 2026 nennt für gebrauchte Acht-Karten-Systeme rund ein Viertel unter Neupreis. Ob eine gebrauchte Karte im Dauerbetrieb so lange hält wie eine neue, hat allerdings niemand mit offengelegter Stichprobe untersucht. Deshalb zählt die Garantie mehr als der Preis.

Was ein vollständiger Server kostet und wann sich Kauf gegenüber Miete lohnt, steht in was ein KI-Server kostet. Die Gegenüberstellung zu einem zugekauften Dienst steht in was der Betrieb im eigenen Unternehmen kostet.

Was der Strom im Monat kostet

Beim Strompreis kursieren zwei sehr verschiedene Zahlen, und beide stimmen. Sie gelten für verschieden große Abnehmer. Ein Betrieb mit weniger als 20.000 Kilowattstunden im Jahr zahlt rund 33 Cent, einer mit mehreren hundert Megawattstunden rund 23, ein Industriebetrieb 14 bis 16. Maßgeblich ist der Gesamtverbrauch Ihres Standorts, nicht der des Servers.

Damit lässt sich überschlagen, was ein Server im Monat zieht. Die Karte bringt ihren Datenblattwert mit, für den Rechner darum herum rechnen wir 250 Watt. Die folgende Tabelle ist ein Überschlag, keine Messung.

Überschlag mit dem Datenblattwert der Karte, 250 Watt für den übrigen Server und 33 Cent je Kilowattstunde. Das ist die Obergrenze bei Dauervolllast
AufbauLeistungRund um die UhrNur werktags von 7 bis 19 Uhr
Karte mit 48 GB plus Serverrund 0,6 kWrund 5.300 kWh, also 1.700 € im Jahrrund 1.800 kWh, also 590 € im Jahr
Karte mit 96 GB plus Serverrund 0,85 kWrund 7.400 kWh, also 2.400 € im Jahrrund 2.650 kWh, also 860 € im Jahr

Im Monat sind das 140 beziehungsweise 200 Euro bei Dauerbetrieb, und 50 beziehungsweise 70 Euro, wenn der Server nachts und am Wochenende aus ist. Beide Zahlen sind Obergrenzen: Unter Volllast läuft eine Karte im Bürobetrieb nie den ganzen Tag. Wie viel sie im Leerlauf tatsächlich zieht, nennt allerdings kein Hersteller, und wir haben dazu auch keine unabhängige Messung gefunden.

Zwei Hebel gibt es trotzdem. Der Server muss nicht laufen, wenn niemand arbeitet, und die Leistungsaufnahme der Karte lässt sich per Befehl begrenzen. Beim Training von Modellen hat eine wissenschaftliche Arbeit dadurch zwischen 3 und 31 Prozent Energie eingespart; für den laufenden Betrieb gibt es keine vergleichbare Untersuchung. Wer genau wissen will, was es bei ihm bringt, misst es im eigenen Aufbau.

Bei einem Server mit acht Karten sind Sie bei rund 6 Kilowatt und über 50.000 Kilowattstunden im Jahr. Das ist ein anderes Preisband, die Kilowattstunde wird also günstiger. Dafür braucht dieser Server einen eigenen gekühlten Raum und mehr Strom, als eine Bürosteckdose hergibt.

450 W
Die Spitzenlast aus dem Datenblatt füllt die Jahresrechnung, der Betrieb füllt sie nie.

Messen Sie, bevor Sie kaufen

Bleiben wir beim Beispiel von oben: acht Leute im Innendienst, Auskunft aus den eigenen Unterlagen, eine Karte mit 48 Gigabyte. Bevor diese Karte bestellt wird, lässt sich das Ganze auf geliehener Hardware oder einer gemieteten Karte durchspielen, und zwar an Ihren echten Dokumenten.

Vier Messungen reichen. Die Werkzeuge dafür gehören zu den Programmen, die den Betrieb ohnehin tragen, und kosten nichts.

Damit zwei Messungen vergleichbar sind, gehören Modell, Quantisierungsstufe, Kontextlänge und Zahl gleichzeitiger Anfragen ins Protokoll
Was Sie messenWieWarum
Antwortqualität je Modellzwanzig echte Fragen aus dem Alltag, zu jeder eine Musterantwort, zwei bis drei Modelle nacheinanderÜber den Nutzen entscheidet das Modell, nicht die Karte
Tempo bei einem NutzerWartezeit bis zum ersten Wort, danach Token je SekundeOb die Arbeit flüssig läuft oder zäh wird
Tempo unter Lastfünf, zehn, zwanzig Anfragen gleichzeitig stellenWo die Antwortzeit einbricht, und ob das über Ihrer Nutzerzahl liegt
Verhalten beim WachsenZahl der Dokumente verdoppeln, Zahl der Nutzer verdoppelnOb das System in zwei Jahren noch trägt

Die letzte Zeile ist die, die am häufigsten vergessen wird. Ein System, das am ersten Tag an seiner Grenze läuft, ist am ersten Tag zu klein. Messen Sie deshalb nicht den Zustand von heute, sondern den, den Sie in zwei Jahren erwarten.

Und die erste Zeile ist die wichtigste. Tempo lässt sich später mit Hardware kaufen, eine schlechte Antwort nicht. Welches Modell Ihre Fragen an Ihren Unterlagen am besten beantwortet, zeigt kein Benchmark aus dem Netz, sondern nur der Vergleich an Ihren eigenen zwanzig Fragen.

Kurz beantwortet

Vier Fragen, die in Gesprächen mit Geschäftsführung und IT-Leitung regelmäßig kommen.

Welche Hardware braucht man für KI im eigenen Unternehmen?
Das hängt daran, was damit gearbeitet wird. Für Auskunft aus eigenen Unterlagen mit einer Handvoll gleichzeitiger Anfragen reicht eine Karte mit 32 bis 48 Gigabyte. Für Agenten, die Code oder Anforderungen bearbeiten, wird es deutlich mehr, weil eine einzige solche Anfrage die Karte fast allein bindet. Die Reihenfolge bleibt: erst der Anwendungsfall, dann die Last, dann das Modell, dann die Karte.
Wie viele Mitarbeiter trägt eine Karte?
Die Frage lässt sich so nicht beantworten, und jede Zahl, die jemand darauf nennt, ist eine Annahme. Entscheidend ist nicht die Kopfzahl, sondern wie lang und wie häufig die Anfragen sind. Herstellerleitfäden planen für Agenten mit zehn bis fünfzig gleichzeitigen Nutzern je System, für leichtere Anwendungen mit mehr.
Kann ich ein gutes Modell auf einem Laptop laufen lassen?
Kleine Modelle ja, für einen Versuch auch brauchbar. Die offenen Modelle, die qualitativ an die führenden zugekauften heranreichen, sind allerdings 750 Gigabyte bis über ein Terabyte groß und passen auf kein einzelnes Gerät. Für anspruchsvolle Arbeit führt der Weg über einen Server mit Karten.
Lohnt sich gebrauchte Hardware?
Ja, mit einer Bedingung. Eine generalüberholte Karte der vorigen Generation kostet rund ein Viertel weniger als neu, und das ist bei diesen Summen relevant. Ob sie im Dauerbetrieb so lange hält wie eine neue, hat aber niemand mit offengelegter Stichprobe untersucht. Kaufen Sie deshalb nur mit mehrjähriger Händlergarantie.

Ihren Anwendungsfall einmal durchrechnen

Im Einzelnen

Gigabyte sagen nichts über das Tempo

Zwei Kennzahlen entscheiden, und sie haben nichts miteinander zu tun. Die Speichergröße entscheidet, ob ein Modell überhaupt hineinpasst. Die Speicherbandbreite entscheidet, wie schnell die Antwort herauskommt, denn beim Schreiben der Antwort wird der Speicher fortlaufend gelesen.

Wie hoch die Bandbreite ist, hängt nicht an der Kapazität, sondern am verbauten Speichertyp und daran, wie er an das Rechenwerk angebunden ist. Deshalb lässt sich aus der Angabe „128 Gigabyte“ nichts über die Geschwindigkeit ableiten.

Herstellerangaben, abgerufen am 15. September 2026. Die mittlere Zeile hat viermal so viel Speicher wie die obere und liest ihn trotzdem viermal schneller
BauformSpeicherWie schnell gelesen wird
Kleiner KI-Rechner mit LPDDR-Speicher128 GB273 GB je Sekunde
Mac Studio, Prozessor und Rechenwerk teilen sich den Speicherbis 512 GB1,2 TB je Sekunde
Grafikkarte mit GDDR796 GB1,6 bis 1,8 TB je Sekunde

Die mittlere Zeile ist der Beleg dafür. Sie hat den größten Speicher und ist trotzdem schneller als die obere. Umgekehrt hat die untere Zeile den kleinsten Speicher und liest ihn am schnellsten. Was die drei unterscheidet, ist nicht die Menge, sondern die Technik dahinter.

Die mittlere Zeile ist ein Mac Studio, und über den wird viel erzählt. Apple-Rechner gelten als besonders geeignet für lokale KI, weil sich Prozessor und Rechenwerk denselben Speicher teilen. Das stimmt auch, greift aber zu kurz. Für die stärksten offenen Modelle reichen selbst 512 Gigabyte nicht, dann müssten mehrere Geräte zusammengeschaltet werden. Das ist etwas für Bastler und Einzelkämpfer, nicht für einen Betrieb, der sich auf das System verlassen muss.

Und die Grafikkarte ist längst nicht mehr die einzige Bauform. Es gibt Systeme mit gemeinsamem Speicher und Chips mit eigenen Schaltkreisen für KI-Berechnungen. Welche Bauform sich für welche Aufgabe wie schlägt, lässt sich aus Datenblättern nicht ablesen und muss gemessen werden.

Für die Auswahl heißt das: Fragen Sie nach beiden Zahlen. Die Größe folgt aus dem Modell, das Sie fahren wollen. Die Bandbreite folgt aus dem Tempo, das Ihre Leute brauchen. Wer nur auf Gigabyte schaut, kauft an einer der beiden Achsen vorbei.

Woher die Angaben stammen und was offen bleibt

Die Geräteangaben stammen aus den Datenblättern der Hersteller, die Sizing-Angaben aus deren eigenen Leitfäden, die Preise von deutschen Händlerseiten, abgerufen im September 2026. Die Vergleichswerte zur Modellqualität stammen von einem kommerziellen Auswertungsdienst und sind ein zusammengesetzter Mittelwert, keine akademisch abgesicherte Größe.

Vier Punkte, die dieser Text nicht klärt

  • Wie viele Ihrer Leute gleichzeitig fragen. Dafür gibt es keine Faustregel. Das ist eine Annahme, die jeder Betrieb selbst setzt und in der Planung benennt.
  • Was eine Karte im Leerlauf verbraucht. Weder die Hersteller noch geprüfte unabhängige Quellen nennen dafür Zahlen.
  • Wie lange eine gebrauchte Karte hält. Es gibt keine Untersuchung mit offengelegter Stichprobe zu Ausfallraten gebrauchter Rechenzentrumskarten.
  • Was Ihr Aufbau kostet. Die Größenordnungen oben sind Marktbeobachtung, kein Angebot. Wir verdienen an der Hardware nichts und rechnen nur unsere Arbeitszeit ab.
Der Punkt

Die Karte folgt der Arbeit, nicht umgekehrt

Wer mit der Frage anfängt, welche Karte er kaufen soll, bekommt eine Zahl ohne Bezug. Wer damit anfängt, was im Betrieb tatsächlich gearbeitet wird, bekommt eine Größenordnung, die trägt.

Dazwischen liegen vier Fragen: Was soll die KI tun, wie viele Modelle braucht das, wie viele Menschen arbeiten gleichzeitig damit, und wie intensiv. Erst danach lohnt ein Blick ins Datenblatt.

Die Antwortzeit schließt die Schranke, lange bevor der Speicher voll ist.
Passend dazu

Wir rechnen Ihren Fall durch, bevor Sie etwas kaufen

Wir sehen uns an, was bei Ihnen anfällt und wie intensiv damit gearbeitet wird, leiten daraus Modellgröße und Kartenklasse ab und bauen das System auf. Die Hardware kaufen Sie selbst, bei einem Händler, den wir mit aussuchen: Wir stellen Arbeitszeit in Rechnung und verdienen an der Hardware nichts.

Zur Leistung

Was soll die KI bei Ihnen tun?

Eine halbe Stunde. Sie beschreiben, welche Aufgabe die KI übernehmen soll und wer im Alltag damit arbeitet. Wir sagen Ihnen, welche Modellgröße das verlangt, in welcher Größenordnung sich die Hardware bewegt und was sich davon mit der vorhandenen Ausstattung schon testen lässt.

Lieber ohne Kalender? info@deep5.io oder +49 176 57703783.